Beim Aufstehen zieht es im Kreuz, langes Sitzen wird unangenehm oder das Bücken fällt schwer: Dann stellt sich oft die Frage nach passenden Übungen für den unteren Rücken. Hier finden Sie einen vorsichtigen Einstieg in mehr Bewegung und Hinweise darauf, wann ärztliche Abklärung Vorrang hat.

Redaktioneller Stand und Quellenabgleich: 23. Oktober 2026

Vor dem Start: Die Beispiele richten sich an Erwachsene ohne Warnzeichen. Sie ersetzen keine Untersuchung und keinen persönlichen Trainingsplan. Nach einer Operation oder einem Unfall sowie bei Schwangerschaft, Osteoporose oder bekannten Wirbelsäulenerkrankungen stimmen Sie Übungen zunächst mit Ihrer behandelnden Fachkraft ab.

Diese Warnzeichen bitte zuerst abklären

Sofort medizinische Hilfe suchen: bei neuen Lähmungen oder ausgeprägter Beinschwäche, Taubheit im Gesäß-, Genital- oder Analbereich sowie neuen Problemen mit der Blasenentleerung oder der Kontrolle von Urin und Stuhl. Diese Zeichen können auf eine ernsthafte Nervenschädigung hinweisen. Bei einem akuten schweren Notfall wählen Sie 112.

Auch Rückenschmerzen nach einem Unfall, mit Fieber, Schüttelfrost, unerklärlichem Gewichtsverlust oder bei einer früheren Krebserkrankung gehören ärztlich abgeklärt. Bei Ausstrahlung ins Bein mit Kribbeln, Taubheit oder Schwäche sollten Sie ebenfalls zeitnah ärztlichen Rat einholen. Eine Terminanfrage in der Physiotherapie ersetzt diese Abklärung nicht. [1]

Warum Bewegung häufig sinnvoll ist

Viele Kreuzschmerzen sind unspezifisch: Es lässt sich keine einzelne eindeutige Ursache feststellen. Das macht die Beschwerden nicht weniger real. Häufig bessern sie sich innerhalb von Tagen oder Wochen. Ohne Hinweise auf eine ernsthafte Ursache wird empfohlen, möglichst im Alltag aktiv zu bleiben und längere Bettruhe zu vermeiden. [2]

Bei anhaltenden oder wiederkehrenden Beschwerden kann Bewegungstherapie Schmerzen lindern. Eine bestimmte Übung ist jedoch nicht für alle die beste. Bei akuten Kreuzschmerzen ist ein spezielles Trainingsprogramm kein gesicherter Weg zu schnellerer Besserung; verträgliche Alltagsbewegung bleibt sinnvoll. [3]

Drei vorsichtige Bewegungsimpulse

Beginnen Sie langsam mit einem kleinen, angenehmen Bewegungsumfang. Wenige ruhige Wiederholungen genügen zum Ausprobieren. Atmen Sie weiter und drücken Sie nicht in schmerzhafte Endpositionen. Brechen Sie ab, wenn Schmerzen zunehmen, ins Bein einschießen oder neue Symptome auftreten, und holen Sie fachlichen Rat ein.

1. Das Becken in Rückenlage bewegen

Legen Sie sich bequem auf den Rücken und stellen Sie die Füße auf. Kippen Sie das Becken sanft, sodass sich der untere Rücken der Unterlage nähert. Lösen Sie die Spannung anschließend wieder. Die Bewegung darf klein bleiben; starkes Pressen oder ein erzwungenes Hohlkreuz sind nicht das Ziel.

2. Die Rückenposition im Sitzen wechseln

Setzen Sie sich stabil auf einen Stuhl, beide Füße am Boden. Lassen Sie den Rücken langsam etwas runder werden und richten Sie sich anschließend wieder bequem auf. Wechseln Sie kontrolliert zwischen diesen Positionen, ohne eine Haltung zu erzwingen. Beispiele für Beckenkippen und Positionswechsel beschreibt die Physiotherapie der Cambridge University Hospitals.

3. Sitzphasen unterbrechen

Stehen Sie zwischendurch auf und gehen Sie einige Schritte. Ein kurzer Spaziergang kann den Einstieg erleichtern. Wählen Sie eine Dauer, die zu Ihrer aktuellen Belastbarkeit passt, und steigern Sie nach und nach. Für mehr Bewegung braucht es nicht zwingend Geräte. Allgemeine Hinweise zu Bewegung und zum Abbrechen bei zunehmenden Beschwerden finden Sie auch beim britischen Gesundheitsdienst NHS.

Wie viel ist passend?

Es gibt keine allgemeingültige Zahl an täglichen Wiederholungen. Wichtiger ist, dass die Auswahl zu Ihrer Situation passt und regelmäßig umsetzbar ist. Bei länger bestehenden Beschwerden können angeleitete Kräftigungs- und Stabilisierungsübungen sinnvoll sein. Lassen Sie anhaltende, zunehmende oder wiederkehrende Schmerzen ärztlich einordnen. [3]

Unterstützung in unserer Praxis in Haan

Bei Physio für Zuhause am Schallbruch 1 besprechen wir, welche Bewegungen im Alltag Schwierigkeiten bereiten. Bei verordneter Behandlung orientieren sich Therapie und Übungen an Verordnung und Befund. Mehr dazu lesen Sie unter Krankengymnastik in Haan. Wenn gezieltes Training an Geräten verordnet wurde, informiert unsere Seite zur Krankengymnastik am Gerät über das Angebot.

Für Ihren Besuch hilft die Checkliste zum ersten Physiotherapie-Termin. Notieren Sie vorab den Verlauf, mögliche Ausstrahlung und Ihre wichtigsten Alltagsziele.

Termin in Haan anfragen

Die Rezeption erreichen Sie unter 02129 9266399 oder über unsere Terminanfrage für die Praxis. Einen Einblick in Räume und Anfahrt gibt die Praxisseite.

Quellen und weiterführende Informationen

  1. IQWiG: Rückenschmerzen – wann zur Ärztin oder zum Arzt?
  2. gesund.bund.de: Rücken- und Kreuzschmerzen
  3. IQWiG: Warum Bewegung bei Rückenschmerzen wichtig ist

Auch interessant: Nackenverspannungen und Alltag · Alle Ratgeber